Im Rahmen des Initiativseminars „Conflicts in the Democratic Republic of the Congo: Effects, possible solutions and the role of the Federal Republic of Germany“, das vom 18. bis 20. Februar 2026 im GIGA Berlin stattfand, hielt Prof. Dr. Martin Gassebner am Donnerstagnachmittag eine Hauptrede zum Thema „The Economic Cost of War“. Vor einem interdisziplinären Publikum aus Wissenschaft, Politikberatung und Zivilgesellschaft analysierte Gassebner die ökonomischen Folgen bewaffneter Konflikte mit besonderem Blick auf fragile Staaten wie die Demokratische Republik Kongo.
Das Seminar wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit dem GIGA organisiert und verband wissenschaftliche Analyse mit politischer Bildungsarbeit. Im Zentrum standen die Ursachen und Dynamiken des Konflikts in der Demokratischen Republik Kongo, aktuelle Friedensbemühungen sowie die Rolle internationaler Akteure, insbesondere Deutschlands, in möglichen Stabilisierungsprozessen. Ziel war es, die komplexen politischen, sicherheitspolitischen und ökonomischen Dimensionen des Konflikts differenziert zu beleuchten und Handlungsperspektiven im Spannungsfeld von Friedenspolitik und Machtinteressen zu diskutieren.
In seinem Vortrag analysierte Prof. Dr. Martin Gassebner die wirtschaftlichen Folgen bewaffneter Konflikte am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo. Das zentralafrikanische Land ist seit Jahrzehnten von teilweise internationalisierten innerstaatlichen Konflikten geprägt, mit der blutigsten Auseinandersetzung im Zweiten Kongokrieg von 1998 bis 2003, in dem über 5 Millionen Menschen starben. Auch heute bleibt die Sicherheitslage durch bewaffnete Gruppen, lokale Gewalt und fragile staatliche Strukturen angespannt. Im Mittelpunkt des Vortrags standen die ökonomischen Konsequenzen aus Makro- und Mikro-Perspektive: die Zerstörung physischen Kapitals, der Verlust von Humankapital, Störungen auf Arbeitsmärkten, Rückschritte im Strukturwandel sowie massive und anhaltende Einbrüche im internationalen Handel. Anhand empirischer Studien zeigte er, dass Konflikte nicht nur unmittelbare Produktionsverluste verursachen, sondern langfristige strukturelle Schäden hinterlassen können. Abschließend betonte er, dass die ökonomischen Kosten von Krieg nicht allein in materieller Zerstörung bestehen, sondern in verzerrten Anreizen, die eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung erschweren. In diesem Sinne ist der Wiederaufbauprozess ein Problem der politischen Ökonomie: Entscheidend für die demokratische Republik Kongo sind die bisher schwachen institutionellen Rahmenbedingungen, insbesondere eine stärkere staatliche Handlungsfähigkeit.